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2. iga-Expertendialog: Wenn sich eine Begegnung mit Gina Lollobrigida ins Gehirn „brennt“...

Teilnehmer des 2. iga-Expertendialogs

Kann ich das Wissen zur Funktionsweise unseres Gehirns nutzen, um Präventionsthemen noch besser an den „Endverbraucher“ zu bringen? Diese Frage führte 23 Mitarbeiter von Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und ihren Verbänden nach Dresden. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) hatte den Professor für Biopsychologie der Ruhr-Universität Bochum und Leopoldina-Mitglied Onur Güntürkün eingeladen, mit Praktikern in den Dialog zum Thema „Wie funktioniert unser Gehirn? – Folgerungen für die moderne Arbeitswelt“ zu treten.

Nach einem Vortrag zu den Grundlagen des Gehirns regten die folgenden Themen Lernen, Erinnern und Entscheiden sehr schnell zur Diskussion an. Die anschaulichen Erläuterungen von Prof. Onur Güntürkün – etwa das Beispiel einer (fiktiven) Erinnerung an eine Begegnung mit Gina Lollobrigida – machten es der Runde einfach, sich mit eigenen Praxisbezügen, Fragen und durchaus auch Zweifeln einzubringen.

Drei beispielhafte Aha-Effekte der Veranstaltung:

  1. Erinnern ist „Wiedererlernen“: Erinnerungen wie die an Gina Lollobrigida verändern sich mit jedem „Abrufen“. Da das auch für Themen zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zutrifft, wird die Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit den Präventionsdienstleistern nicht ausgehen.
  2. Es gibt viele Möglichkeiten, das Lernen zu unterstützen: indem man viele Sinne anspricht; in einer ähnlichen Umgebung lernt, in der man das Erlernte auch benötigt – etwa in Praxisfeldern, die die betriebliche Situation nachbilden; die Lernenden selbst Eselsbrücken oder Geschichten zum Stoff erfinden lässt oder regelmäßig das Gelernte testet.
  3. Belohnung – im Arbeitskontext denkt man sofort an eine Gehaltserhöhung oder Beförderung – kann alles sein: ein Lob, eine Würdigung oder etwas, das genau dieser Person großen Spaß macht. Gerade um Prävention zu unterstützen, sollte man hier zum einen individueller und zum anderen kreativer werden.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass Erkenntnisse aus der Hirnforschung die eigene Arbeit bei der Wissensvermittlung zu Gesundheit und Sicherheit oder bei Entscheidungen für eine gesunde Lebensweise unterstützen können. Bestimmte Aspekte, die man bereits aus eigener Erfahrung oder empirischen Studien anderer Gebiete wie der Psychologie kennt, können von der Hirnforschung erklärt werden.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass der „Ausflug“ des iga-Expertendialogs in wissenschaftliche angrenzende Gebiete auch nächstes Jahr wieder stattfinden soll. Denn der Dialog von Wissenschaft und Praxis gibt wichtige Impulse, um die eigene Arbeit weiterzuentwickeln.

Die wichtigsten diskutierten Themen haben wir für Sie zusammengefasst.

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