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Pressemitteilungen 2007

21. November 2007: iga-Barometer 2007: Beschäftigte in kleinen Unternehmen sehen ihre Arbeit besonders positiv

Gemeinsame Pressemitteilung des BKK Bundesverbandes, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, des AOK-Bundesverbandes und des Arbeiter-Ersatzkassen-Verbandes

Beschäftigte kleiner Betriebe finden am häufigsten, dass ihre Arbeit sie fit hält und ihnen Anerkennung bringt. Das ist ein Ergebnis des iga-Barometers 2007, einer repräsentativen Telefonbefragung der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga), unter 2.000 Beschäftigten. So schöpfen z. B. 35 Prozent der befragten Männer und fast 47 Prozent der befragten Frauen aus Kleinstunternehmen, Betriebe mit höchstens neun Beschäftigten, besondere Anerkennung aus ihrer Arbeit. Das gilt nur für 19 Prozent der Männer bzw. 26 Prozent der Frauen in Großunternehmen mit über 250 Mitarbeitern. Beschäftigte in Kleinst- und Kleinunternehmen – bis 49 Mitarbeiter – sind auch in höherem Maße der Auffassung, dass ihr Unternehmen sich um ihre Gesundheit kümmert und ihre Arbeit vielseitig und abwechslungsreich ist. Deutlich zurückhaltender sind mit einer solchen Einschätzung Mitarbeiter in Großunternehmen und mittleren Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte).

In Kleinstunternehmen können sich 61 Prozent der Mitarbeiter (Männer 63,7 Prozent, Frauen 58,8 Prozent) vorstellen, ihre Tätigkeit bis zum regulären Rentenalter auszuüben. In kleinen Unternehmen sind es nur noch 48,4 Prozent (Männer 50,3 Prozent, Frauen 46,6 Prozent), in mittelgroßen sogar nur 44 Prozent (Männer 48,3 Prozent, Frauen 41,4 Prozent) und in großen Konzernen 47 Prozent (Männer 52 Prozent, Frauen 42,5 Prozent).

Das Ergebnis des iga-Barometers überrascht. Berufsgenossenschaften und Krankenkassen machen sonst gerade in großen Unternehmen die Erfahrung, dass Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter einen hohen Stellenwert einnehmen. Es ist aber bekannt, dass sich die Arbeitsbedingungen in Kleinunternehmen in vielfacher Hinsicht von denen größerer Unternehmen unterscheiden. Die Entscheidungsstrukturen sind einfacher, es gibt eine direktere Kommunikation und vielfach bestehen familienähnliche soziale Beziehungen zwischen Unternehmen und Mitarbeitern. Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung kann dann direkter Teil des Arbeitsalltags sein.

Grundaussage 2007: Positive Einstellung zur Arbeit
Über alle Branchen und Unternehmensgrößen hinweg sagen fast 80 Prozent der befragten Männer und fast 90 Prozent der befragten Frauen, dass ihre Arbeit sie fit hält. Fast 90 Prozent stufen ihre Arbeit als abwechslungsreich ein (48 % sind sogar voll und ganz dieser Meinung) und finden Unterstützung durch Vorgesetzte oder Kollegen. Rund 70 Prozent würden weder den Beruf noch die Branche wechseln, selbst wenn sie die Möglichkeit hätten.  

Vergleich mit 2005: Beschäftigte etwas kritischer
Im Vergleich zum iga-Barometer 2005 deutet sich trotz der nach wie vor positiven aktuellen Werte allerdings ein eher rückläufiger Trend an: So geben vier Prozent weniger Frauen an, dass die Arbeit ihnen Anerkennung bringt (2007: 35 Prozent, 2005: 39 Prozent) und dass der Stellenwert der Arbeit genau richtig ist (2007: 62 Prozent, 2005: 66 Prozent). Veränderungen betreffen auch die Frage, ob die Arbeit abwechslungsreich ist. Sieben Prozent weniger Frauen (2007: 47 Prozent, 2005: 54 Prozent) und vier Prozent weniger Männer (2007: 49 Prozent, 2005: 53 Prozent) geben an, dass sie dies für voll und ganz zutreffend halten. Abgerundet wird das Bild von einem jeweils höheren Anteil an Befragten, die 2007 eher bereit sind, den Beruf (2007: 29,5 Prozent, 2005: 27,5 Prozent), die Branche (2007: 32 Prozent, 2005: 29 Prozent) oder den Arbeitgeber (2007: 37,5 Prozent, 2005: 33,5 Prozent) zu wechseln, sofern dazu die Möglichkeit bestünde.

Die Abweichungen zwischen 2005 und 2007 sind insgesamt nicht sehr groß - sie können aber als Frühindikatoren eines Wandels der Einstellungen gelesen werden.

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In der Studie werden die Unternehmen wie folgt klassifiziert: 
Kleinstunternehmen: < zehn Mitarbeiter
Kleinunternehmen: zehn bis 49 MA
mittlere Unternehmen: 50 bis 249 MA
Großunternehmen: > = 250 MA

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Kontakt:
Stefan Boltz, Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Tel. 030 288763768
Ann Hörath, BKK Bundesverband, Tel. 030 223120
Udo Barske, AOK-Bundesverband, Tel. 0228 843309
Michaela Gottfried, Arbeiter-Ersatzkassen-Verband, Tel. 02241 108 293

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Weitere Informationen:
Zur zweiten Welle des iga-Barometers      
Zur ersten Welle iga-Barometer

     

14. Juni 2007: Pressemitteilung anlässlich der EU-Konferenz "Gesundheit und soziale Sicherheit im Lebenszyklus" in Berlin

Gesetzliche Krankenversicherung und Unfallversicherung: Deutschland bei der gesundheitlichen Prävention weiter voranbringen

Der gesundheitlichen Prävention müssen auch Politik und Unternehmen einen höheren Stellenwert einräumen. Sonst könnten die Alterung der Gesellschaft, die wachsende soziale Spaltung und die Zunahme chronischer Erkrankungen dazu führen, dass Deutschland im europäischen Vergleich bei Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität zurückfällt. Darauf weisen der AOK-Bundesverband, der BKK Bundesverband und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung anlässlich ihrer europäischen Konferenz "Gesundheit und soziale Sicherheit im Lebenszyklus" hin, die vom 14. bis 15. Juni 2007 in Berlin stattfindet. Mit der Konferenz wollen die drei Institutionen Wege erörtern, um eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik zu gestalten.

Viele EU-Staaten - vor allem die skandinavischen Länder - haben in den vergangenen Jahren der Vorbeugung von Krankheiten eine hohe Priorität in ihrer Politik eingeräumt. Denn europaweit wachsen die Herausforderungen, denen sich die Gesundheitssysteme gegenübersehen. Fast 60 Prozent der Krankheitslast wird in Europa durch eine Gruppe von 7 Risikofaktoren verursacht. Dazu gehören zu hoher Blutdruck, Tabak-, Alkoholkonsum, Fehlernährung und Übergewicht, hohes Blutcholesterin sowie Bewegungsmangel und schädliche körperliche Belastungen. Die dadurch verursachten Krankheiten sind mit medizinischen Mitteln allein jedoch kaum wirksam zu bekämpfen. Viele Länder konzentrieren sich daher darauf, ihre Entstehung zu verhindern, indem sie ihre Bevölkerung aufklären und Prävention in alle Bereiche des Lebens einbinden - von der Bildung bis zur betrieblichen Gesundheitsförderung - sowie in die Gesetzgebung, zum Beispiel beim Nichtraucherschutz.

In Deutschland wenden die gesetzlichen Krankenkassen jedes Jahr mehr als 4 Milliarden Euro auf, um Krankheiten vorzubeugen. Und auch die Berufsgenossenschaften und die Unfallkassen investieren mehr als 800 Millionen Euro - insgesamt 7,6 Prozent ihrer gesamten Aufwendungen -, um Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren vorzubeugen. Trotzdem betreibt bislang zum Beispiel nur ein kleiner Prozentsatz an Unternehmen ein erfolgreiches betriebliches Gesundheitsmanagement.

"Tatsächlich sind wir in Deutschland von einer flächendeckenden Gesundheitsförderung und Prävention noch weit entfernt", erklärt Dr. Hans Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Krankenkassen und Unfallversicherungsträger führten zwar viele erfolgreiche Projekte durch, diese entfalteten jedoch in der Regel lokale Wirkung.

"Für eine gesamtgesellschaftliche Wirkung reichen die Mittel der Sozialversicherung nicht aus", meint K.-Dieter Voß, Vorstand beim BKK Bundesverband, mit Blick auf andere EU-Staaten: "Was wir brauchen, ist eine Präventionsarbeit, die den gesamten Lebenszyklus erfasst - also alle Menschen überall und in jedem Alter." Das bedeute jedoch, dass Präventionsarbeit nicht wie bisher nur als Aufgabe der Sozialversicherung angesehen werden dürfe. Vielmehr müssten gerade die Unternehmen ihr Engagement in der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention verstärken.

Dem stimmt auch Dr. Walter Eichendorf zu. "Wer in der Prävention nur die Sozialversicherung einspannt, fährt das Rennen um ein besseres Leben mit angezogener Handbremse", erklärt der stv. Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Dabei sind die bewährten Institutionen des Gesundheitswesens die richtigen Akteure, um diesen Prozess zu steuern, denn bei ihnen paart sich die konkrete Erfahrung vor Ort mit dem gesundheitspolitischen und gesundheitsfördernden Sachverstand.

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Statements als PDF von

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