Vier Verbände der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung verfolgen in der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) ein gemeinsames Ziel: die Gesundheit im Arbeitsleben fördern, indem sie Prävention weiterdenken. "Weiterdenken" bedeutet zum einen, das Wissen und die Erfahrungen zweier Zweige der Sozialversicherung zu nutzen. Zum anderen heißt es, in die Zukunft gerichtet zu denken und Maßnahmen des Arbeitsschutzes und der betrieblichen Gesundheitsförderung weiterzuentwickeln.
BKK Bundesverband, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, AOK-Bundesverband und der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) kooperieren daher in iga-Projekten in den vier Themenfeldern Wirksamkeit von Prävention, Arbeit im Wandel, Gestaltung gesunder Arbeit und Präventionsziele. Die drei zentralen Fragen dabei sind: Wie muss Arbeit gestaltet sein, damit die Beschäftigten gesund bleiben? Wie kann Prävention noch wirksamer werden? Und wie bringt man sie noch besser zu den Zielgruppen in die Unternehmen?
Drei ganz unterschiedliche Themen haben wir in dieser Ausgabe der iga.aktuell für Sie zusammengestellt:
Marianne Giesert berichtet im Interview, welche Aspekte für ein alter(n)s- und gesundheitsgerechtes Führen wichtig sind.
Vorgestellt werden außerdem zwei neue Broschüren, die sich ganz konkreten Themen widmen: dem gesunden Arbeiten von fastenden Muslimen während des Ramadans und dem "Auf-die-Beine-Stellen" von Betriebssportangeboten für kleine und mittlere Unternehmen.
Von der ersten Idee, ein betrieblich organisiertes Sportprogramm auf die Beine zu stellen, bis zu einem gut laufenden "Unternehmen in Bewegung" sind einige Schritte zu gehen. Damit die Beteiligten wissen, welche Aufgaben, Entscheidungen und Herausforderungen auf sie zukommen, hat iga die wichtigsten Informationen in einer kleinen Broschüre zusammengetragen. Auch Argumente für Betriebssport wurden zusammengetragen. Checklisten helfen darüber hinaus, die eigenen Aktivitäten zu überprüfen.
Auch wenn noch ein bisschen Zeit ist, wenn Ihr Betrieb Maßnahmen für einen gesunden und sicheren Ramadan für seine Beschäftigten plant, sollte man sich jetzt schon zu den Aktivitäten abstimmen. Denn der Ramadan – die Fastenzeit für viele muslimische Gläubige – liegt während der nächsten Jahre im Hochsommer mit seinen hohen Temperaturen und langen Tagen. Da gemäß des Korans während des Tages nicht nur auf das Essen, sondern auch auf das Trinken verzichtet wird, kann das Fasten auch Auswirkungen auf die körperliche Verfassung und damit auf die Arbeit haben. In einer kurzen Broschüre stellen wir Eckpunkte des Ramadans und präventive Ansätze vor.
Beschäftigte in Reinigungsberufen sind vielfältigen Belastungen ausgesetzt, die die Verweildauer in dem Beruf begrenzen können. Diese entstehen sowohl aufgrund der körperlich anstrengenden Arbeit als auch durch psychische Faktoren, wie Zeitdruck, fehlende Wertschätzung und das negative Image von Reinigungstätigkeiten in der Gesellschaft. Dabei liefert die Branche einen für unsere Gesellschaft unverzichtbaren Beitrag, indem sie für Sauberkeit, Hygiene und Werterhaltung von Gebäuden und Gegenständen sorgt.
iga hat daher im Rahmen des Projekts "Mein nächster Beruf" genauer hingeschaut, sich mit Beschäftigten und Betriebsärzten ausgetauscht und Ansätze zur Verlängerung der Verweildauer oder zu einem Wechsel in einen neuen Beruf erarbeitet. Die Ergebnisse und Checklisten sind im iga-Report 17, Teil 3 dokumentiert.
Am 17. und 18. November 2011 fand das Dresdner Gespräch Gesundheit und Arbeit 2011 statt. 90 Präventionsexperten aus Unfall- und Krankenversicherung, aus Unternehmen und von Anbietern diskutierten, besprachen sich, tauschten sich aus und inspirierten sich gegenseitig zum Thema "Wurm sucht Fisch - Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung, bei der die Zielgruppe anbeißt". Die Veranstaltung ist nun dokumentiert.
Der iga-Report 22 stellt Berufsgruppen mit hoher Krankheitslast aus Arbeitsunfähigkeit durch Erkrankung und Arbeitsunfälle den Berufsgruppen gegenüber, in denen bestimmte wissenschaftlich gesicherte Risikofaktoren gehäuft vorkommen. Daraus entsteht ein Bild von Berufsbildern mit hohem Präventionsbedarf.
Bei Männern sind es zum Beispiel Maschinisten sowie die Keramik- und Glasberufe, bei denen die Risikofaktoren besonders häufig vorkommen. Bei Frauen sind die Gesundheitsdienstberufe, die Hoch- und Tiefbauberufe sowie die Hilfsarbeiterberufe stark betroffen.
Bei der Krankheitslast sind bei Männern zudem die Ordnungs- und Sicherheitsberufe sowie die Berufe in der Landwirtschaft auffällig. Bei Frauen gilt dies für die Textil- und Bekleidungsberufe, die Malerberufe sowie die Berufe in der Papierherstellung.
iga arbeitet zu gesunder Arbeit - Prävention am Arbeitsplatz - Betrieblicher Gesundheitsförderung bzw. Betrieblichem Gesundheitsmanagement - Arbeitsschutz.
Vertieft bearbeitet werden die vier Themenfelder
Wirksamkeit von Prävention:
gesundheitlicher Nutzen von Prävention - Wirtschaftlichkeit und ökonomische Aspekte von Prävention sowie
wirkungsvolle Vermittlung von Prävention - zielgruppenspezifische Kommunikation
Arbeit im Wandel:
Demografie - alternde Belegschaften - alternsgerechte Arbeitsgestaltung - Beschäftigungsfähigkeit sowie
Strukturwandel in der Arbeitswelt und veränderte Arbeitsbedingungen - psychische Belastungen
Gestaltung gesunder Arbeit:
besonderer Präventionsbedarf von Berufsgruppen - älterer und junger Arbeitnehmer - Migrationshintergrund - Leistungsgewandelte - mobile Beschäftigte sowie
stärkere Verbreitung von Prävention und gesunder Arbeit - Vernetzung von Präventionsexperten
1. der iga-Webshop
2. unsere einzelnden Veröffentlichungen (zum Beispiel zu Betriebssport und die Wegweiser zum gesunden Arbeiten für bunte Belegschaften)
3. die Materialsammlung zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement
1. Unterrichtsmaterial zu Wanderausstellung "Achtung in der Schule"
2. Broschüre "Betriebssport in kleinen und mittleren Unternehmen ein-, durch- und weiterführen"
3. iga-Report 22 zu "Arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren und Berufe mit hoher Krankheitslast in Deutschland"
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung zur iga-Internetseite und den Informationsmaterialien.