Als Anregung möchten wir Ihnen fünf Beispiele aus der Praxis vorstellen, die Ihnen zeigen, wie unterschiedlich Kooperationen im weiten Feld des Arbeitsschutzes und der betrieblichen Gesundheitsförderung aussehen können.
Für das Projekt "Fit im Rasselstein - Der gesunderhaltende Betrieb" kooperierten die Rasselstein GmbH, die Novitas Vereinigte BKK, die Maschinenbau- und Metall-Berufsgenossenschaft und die Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft. Von 2003 bis 2006 kamen innerhalb eines systematischen Gesundheitsmanagements neue Methodenpakete, nicht nur Einzelmaßnahmen zum Einsatz. Ziel ist es, den Herausforderungen des demografischen Wandels und der älter werdenden Belegschaft zu begegnen.
Im Feld der Prävention wurden beispielsweise die Themen stressauslösende Bedingungen, Unfallverhütung und ganz allgemein das physische, psychische und soziale Wohlbefinden der Mitarbeiter bearbeitet. Über die Prävention hinaus wurden gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter besser betreut und integriert sowie berufs- und erwerbsunfähige Mitarbeiter unterstützt.
Berufsgenossenschaften und Krankenkasse förderten das Projekt finanziell. Ein Projektbeirat aller Kooperationspartner und weiterer Unternehmen, die Teile des Programms selbst übernahmen, kam mehrmals jährlich zusammen und hatte Steuerungsfunktion. Im Unternehmen selbst gab es eine betriebliche Steuerungsgruppe, u.a. mit betrieblichen Experten aus der Arbeitssicherheit. Diese Gruppe plante das Gesundheitsmanagement und war auch für die systematische Durchführung verantwortlich.
An die Unternehmer und die Beschäftigten in Klein- und Kleinstunternehmen des Berliner Einzelhandels wendet sich ein Projekt, das die AOK Berlin initiierte. Klein- und Kleinstbetrieben des Berliner Einzelhandels - der "Laden an der Ecke" mit höchstens 20 Mitarbeitern - wird ein Zugang zu Angeboten der Betrieblichen Gesundheitsförderung eröffnet.
Die Unternehmer können mit einem Selbst-Check die Probleme an ihren Arbeitsplätzen identifizieren, die den größten Einfluss auf die Gesundheit ihrer Beschäftigten haben. Sie können darüber hinaus die gesundheitliche Ist-Situation ihrer Beschäftigten mit der Branche insgesamt vergleichen. Die Inhaber führen die Analyse selbst durch. So können sie in eigener Regie die Basis für zielgenaue Gesundheitsmaßnahmen erstellen und die notwendige Unterstützung anfordern.
Der speziell für den Einzelhandel entwickelte Selbst-Check wurde von der AOK Berlin gemeinsam mit der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel, der IHK Berlin und dem Gesamtverband des Einzelhandels Berlin/Brandenburg entwickelt. Alle Projektpartner stellen vielfältige Angebote bereit, die von den Unternehmen angefragt werden können und auf ihren speziellen Bedarf zugeschnitten werden.
Für ''PUR - Die Initiative gegen Alkohol und Drogen bei der Arbeit'' arbeiten die BAHN-BKK, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR) und die Berufsgenossenschaft der Straßen-, U-Bahnen und Eisenbahnen (BG BAHNEN) zusammen. Die Initiative wendet sich an kleine und mittelständische Unternehmen der Verkehrsbranche. Die Kooperationspartner beraten individuell und mit speziell zugeschnittenen Aktionen zur Alkohol- und Drogenprävention. Die Mitarbeiter werden z.B. in Schulungen dafür sensibilisiert, dass Arbeit und Alkohol bzw. Drogen sich ausschließen.
Bei einem Pilotprojekt bei der Rheinisch-Bergischen Eisenbahn GmbH in Mettmann wurde die Initiative zur Sensibilisierung der Beschäftigten im ersten Schritt durch Plakate, Infobroschüren und eine Fragebogenaktion umgesetzt. Im nächsten Schritt wurden die Führungskräfte zum Thema geschult. Danach fanden zwei Aktionstage für die Beschäftigten statt. Hier wurde zum Beispiel an einem Fahrsimulator der Einfluss von Alkohol und Drogen demonstriert.
PUR geht auf gute Kontakte von Mitarbeitern der BAHN-BKK und des DVR zurück. Die Projektleitung liegt bei der BAHN-BKK, die schon länger an dem Thema Sucht arbeitet. Die BG BAHNEN hat sich der Initiative angeschlossen, weil die Angebote speziell auf die Verkehrsbranche zugeschnitten sind und die Partner gemeinsame Ziele in der Suchtprävention verfolgen. Inzwischen haben sich aus der Zusammenarbeit weitere Projekte entwickelt.
Bereits tätig geworden ist die iga-Kontaktstelle für die Fleischerei-Berufsgenossenschaft. Für die Festlegung ihrer Präventionsziele wollte sie die eigenen Daten für Berufskrankheiten sowie Arbeits- und Wegeunfälle durch die Krankenkassen-Daten ergänzen. Angesprochen werden sollten die Krankenkassen, in denen die Mehrzahl der Fleischer versichert sind. Die iga-Kontaktstelle hat den Kontakt zu den Bundesverbänden der IKK, der BKK und AOK hergestellt und um die entsprechenden Daten gebeten. Alle drei Bundesverbände haben ihren Input zeitnah geliefert, so dass das Projekt Präventionsziele bald in die nächste Phase gehen konnte.
Deine Haut. Die wichtigsten 2m² Deines Lebens
Eine andere Dimension der Zusammenarbeit zwischen Unfall- und Krankenversicherung zeigt dieses Beispiel: Eine Reihe von BKKen und AOKen, die gewerblichen Berufsgenossenschaften, die landwirtschaftliche Sozialversicherung und viele öffentliche Unfallkassen verfolgten 2006 und 2007 zusammen das Ziel "Gesunde Haut - weniger Hauterkrankungen." Alle fünf zuständigen Spitzenverbände stimmten sich eng ab und die beteiligten 107 Krankenkassen und Unfallversicherungsträgern kooperierten auch untereinander. Dabei wurden auch weitere Partner wie z. B. die Bundesländer, der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), der Verband Deutscher Sicherheitsingenieure (VDSI) und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) einbezogen. Die Initiative Gesundheit und Arbeit fungierte 2005 und 2006 als Servicestelle bei der Vorbereitung der Präventionskampagne Haut und unterstützte die Kampagnenleitung. Darüber hinaus beteiligte sich iga an Aktionen wie der Schüler-Triathlon-Tour. Alle Informationen zur Kampagne erhalten Sie in kompakter Form im Abschlussbericht.
Die iga-Kontaktstelle unterstützt auch die beteiligten Berufsgenossenschaften sowie Kranken- und Unfallkassen bei der Vermittlung von Kontaktpartnern.
Weitere Projekte finden Sie unter www.praevention-arbeitswelt.de.
stellt in Form einer Synopse Berufe mit einer Vielzahl an Risikofaktoren im Sinne von arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren den Berufen gegenüber, die von einer großen Krankheitslast gekennzeichnet sind.
Unser Newsletter berichtet über das Projekt "Mein nächster Beruf" in der Reinigungsbranche und stellt ein Training vor, dass hilft, Verhalten besser zu steuern. Ziel ist es, Burnout und Depressionen vorzubeugen.
enthält die Ergebnisse des iga-Barometers zum Stellenwert der Arbeit, zum Gesundheitsverhalten und subjektiven Gesundheitszustand sowie zur Zusammenarbeit in altersgemischten Teams aus Sicht der deutschen Erwerbstätigen.
wurden der "igaCheck 2011" - Report 19 und Software - und der iga-Report 6 "Instrumente zum Bewerten betrieblicher Störung" mit dem Ausfallkostenkalkulator.