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Die Zusammenarbeit von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung

Wie sie begann...

Die Zusammenarbeit zwischen Kranken- und Unfallversicherung war nicht immer selbstverständlich. Sie wurde erstmals mit dem Gesundheitsreformgesetz von 1989 bei der Ermittlung und Bekämpfung multifaktorieller arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken gesetzlich gefordert. Die grundlegenden Strukturen und das nötige Vertrauen dafür mussten in den 1990er Jahren erst aufgebaut werden. Die Spitzenverbände der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung haben zur Institutionalisierung ihrer Zusammenarbeit den Arbeitskreis “Prävention in der Arbeitswelt” ins Leben gerufen.

Mit der Erweiterung des Präventionsauftrags der Unfallversicherung 1996 wurden Unfall- und Krankenversicherung gesetzlich verpflichtet, auch bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren zusammenzuarbeiten. Eines der ersten gemeinsamen Vorhaben hierzu war das Modellprojekt “Neue Wege der Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen”. Der Kooperationsgedanke wurde dann im “Kooperationsprogramm Arbeit und Gesundheit” (KOPAG), dem “Integrationsprogramm Arbeit und Gesundheit von Unfallversicherung und Krankenkassen” (IPAG) und im Projekt VerEna - der “Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren im Entsorgungsbereich” - fortgeführt.

Jedes Projekt stellte dabei eine Weiterentwicklung dar. Im ersten Projekt wurden die Daten zur Untersuchung und Vermeidung arbeitsbedingter Erkrankungen (bspw. zu Arbeitsunfähigkeit, Arbeitunfällen, Berufskrankheiten) systematisch aufbereitet und ausgewertet. Im KOPAG wurden Instrumente zur Belastungs- und Gefährdungsermittlung entwickelt und eingesetzt, im IPAG u.a. branchenbezogene Präventionsansätze für kleine und kleinste Betriebe entwickelt. Bei VerEna ging es schließlich darum, regionale Kooperationsstrukturen zwischen Unfallversicherungsträgern, gesetzlichen Krankenkassen und kommunalen Entsorgungsunternehmen aufzubauen. Das wichtigste Ergebnis aus der Zusammenarbeit: Kranken- und Unfallversicherung entwickelten eine integrative bzw. komplementäre Sicht ihrer Aufgaben und ergänzen sich in ihren Kompetenzen, um die Unternehmen beim betrieblichen Arbeitsschutz und der Gesundheitsförderung zu unterstützen.

... und was daraus entstand

Nicht jedes Projekt mündet gleich in einer kontinuierlichen Zusammenarbeit. Aber es kann: Nach Abschluss des IPAG-Projektes entschlossen sich der BKK Bundesverband und der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften 2002, die gute Zusammenarbeit in eine Initiative zu überführen. Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) war geboren. Seitdem legen die Partner Jahr für Jahr ein Arbeitsprogramm fest und bearbeiten projektbezogen Schwerpunktthemen, die von gemeinsamem Interesse sind.

Seit 2005 beteiligt sich auch der AOK-Bundesverband an iga. Gemeinsam entwickelte man u.a. eine Vorgehensweise, um arbeitsweltbezogene Präventionsziele festzulegen. 2007 kam der Arbeiter-Ersatzkassen-Verband (AEV) auf iga zu: Er wurde der vierte Partner im Bunde. Seit 2009 existiert dieser Verband nicht mehr, die letzte Krankenkasse GEK warb bei ihrem neuen Verband, dem Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), erfolgreich für iga. So blieb die Zahl der iga-Partner konstant. Außerdem fusionierte Mitte 2007 der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) und der Bundesverband der Unfallkassen (BUK) und bilden nun die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Es ist also viel Bewegung in iga, die von den iga-Partnern aber sehr positiv bewertet wird, da die gemeinsamen Projekte durch neue Sichtweisen gewonnen haben.

Neben dieser auf Bundesebene agierenden Zusammenarbeit haben sich auch regionale und branchenorientierte Kooperationsprojekte von Berufsgenossenschaften und Krankenkassen entwickelt. Dass diese Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren intensiviert wurde, bestätigt eine Befragung, die der Arbeitskreis "Prävention in der Arbeitswelt" im Sommer 2006 durchgeführt hat. Die Umfrage zeigt aber auch, dass weiteres Potential vorhanden ist: So beabsichtigen ca. 60 Prozent aller Berufsgenossenschaften, die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen noch weiter zu intensivieren.
 

Die Partner der Kooperation Initiative Gesundheit & Arbeit
  • BKK-Logo
  • DGUV-Logo
  • AOK-Logo
  • vdek-Logo
 
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