BGF und Arbeitsschutz

Wie hängen betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Arbeitsschutz zusammen?

Der Arbeitsschutz ist rechtlich verpflichtend und hat die Vermeidung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie die menschengerechte Gestaltung der Arbeit zum Ziel. Die BGF ist ein freiwilliges Angebot des Arbeitsgebers und zielt darauf ab, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu stärken. Beide Konzepte ergänzen sich und tragen gemeinsam zur Schaffung gesunder und sicherer Arbeitsbedingungen sowie Verhaltensweisen bei. 

BGF und Arbeitsschutz umfassen Verhältnis- und Verhaltensprävention. Unter Verhältnisprävention fallen Maßnahmen zur Gestaltung gesunder und sicherer Arbeitsbedingungen, wie etwa die Verbesserung der Arbeitsabläufe, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung oder die Bereitstellung eines gesunden Kantinenangebots. Auch die Schaffung einer geeigneten Arbeitsschutzorganisation in den Betrieben bis hin zu Managementsystemen für Sicherheit und Gesundheit im Betrieb, die Einbeziehung von (über-)betrieblichen Akteuren im Arbeitsschutz und in der Gesundheitsförderung sowie die Förderung einer gesundheitsorientierten Führungskultur und eines eben solchen Führungsverhaltens gehören zur Verhältnisprävention. 

Verhaltensprävention umfasst Maßnahmen, die auf einen gesunden und sicheren Arbeits- und Lebensstil der Beschäftigten abzielen, beispielsweise durch Bewegungs- und Ernährungsprogramme, Stressbewältigungstrainings, Suchtpräventionsangebote oder Sicherheitsunterweisungen. Dabei kommt es auf eine funktionierende Kommunikation zwischen Führungskräften, Beschäftigten und Arbeitsschutzakteuren sowie auf eine hohe Qualität der Unterweisungen an.

Dies ist ein Textauszug – hier geht's direkt zur vollständigen Publikation: 
iga.Report 49: "Gesunde, sichere Arbeit - ein Schlüssel für die Arbeitgeberattraktivität?”.

Ganzheitliches Konzept:

BGF und Arbeitsschutz sollten als ganzheitliches Konzept betrachtet werden, das auf mehreren Ebenen innerhalb der Organisation verankert ist. Das IGLO-Modell von Day und Nielsen (2017) beschreibt, dass Maßnahmen idealerweise auf vier Ebenen ansetzen sollten. Das Modell lässt sich gut mit den Zielen der Verhaltens- und Verhältnisprävention kombinieren:

  • Individuum (z. B. Gesundheits- und Sicherheitskompetenzen stärken, individuelle Arbeitsgestaltung, persönliche 
    Schutzmaßnahmen)
  • Gruppe und Team (z. B. gesundheitsförderliche Teamkultur, Gestaltung der Teamarbeit) 
  • Leitung und Führung (z. B. gesundheitsförderliches Führungsverhalten)
  • Organisation (z. B. gesundheitsförderliche Unternehmenskultur, Arbeitsabläufe und -organisation, Organisationsgestaltung)

    Neben systematischen Maßnahmen der BGF und des Arbeitsschutzes ist die Qualität des Implementierungsprozesses entscheidend, um positive Auswirkungen auf allen Ebenen der Organisation zu erzielen. 

Mehr zum Thema BGF, Arbeitsschutz und Arbeitgeberattraktivtät:

Dies ist ein Auszug aus dem iga.Report 49 “Gesunde, sichere Arbeit - ein Schlüssel für die Arbeitgeberattraktivität?”:

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