Teamrollen nach Belbin

Der englische Psychologe Meredith Belbin hat in seinen Forschungen in den 1980er Jahren das menschliche Verhalten in Teamkonstellationen untersucht. Er geht davon aus, dass Menschen sich abhängig von ihren Persönlichkeitsmerkmalen unterschiedlich verhalten und eine Rolle einnehmen. Eine Rolle ist hierbei eine Tendenz, sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten und mit anderen zusammenzuarbeiten (Belbin, R. M.,1993, Team Roles at Work. Butterworth Heinemann). 

Nach Belbin arbeiten Teams dann effektiv, wenn sie heterogene Rollentypen vereinen. Er unterscheidet drei Hauptorientierungen: die Handlungs-, die Kommunikations- und die Wissensorientierung. Jede Hauptorientierung umfasst drei Teamrollen, die hier entsprechend dargestellt sind:

 

1. Handlungsorientierung umfasst die Teamrollen:

Macher/Macherinnen:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Herausfordernd, dynamisch, machen Druck. Haben die Tatkraft und den Mut, Hindernisse zu überwinden.

Zulässige Schwächen: Neigen zu Provokationen und könnten manchmal die Gefühle der Mitmenschen verletzen. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Bei ihren Versuchen, etwas zu erreichen bzw. zu erledigen, könnten sie riskieren, aggressiv zu werden und schlechte Laune zu bekommen.

Umsetzende:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Stärken/Teamrollenbeitrag: Praktisch, zuverlässig, effizient. Verwandeln Ideen in funktionierende Strategien und Taten. Organisieren die Arbeit, die erledigt werden muss.

Zulässige Schwächen: Können etwas unflexibel sein und auf neue Möglichkeiten langsam reagieren. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Es könnte etwas dauern, ehe sie ihre Pläne zugunsten positiver Veränderungen aufgeben.

Perfektionistinnen/Perfektionisten:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Gründlich, gewissenhaft, besorgt. Spüren Fehler auf. Feilen aus und perfektionieren bei höchsten Qualitätsanforderungen.

Zulässige Schwächen: Neigen dazu, sich unnötig Sorgen zu machen, und zögern, Aufgaben zu delegieren. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Sie könnten ihren Perfektionismus übertreiben.

Dies ist ein Textauszug – hier geht's direkt zur vollständigen Publikation: 
iga.Report 47 „Unternehmen im Wandel – Unternehmenskultur und New Work“.


2. Kommunikationsorientierung umfasst die Teamrollen:

Wegbereitende/Ressourcenermittelnde:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Aus sich herausgehend und enthusiastisch. Erforschen Möglichkeiten und entwickeln Kontakte.

Zulässige Schwächen: Könnten zu optimistisch sein und können das Interesse verlieren, wenn der anfängliche Enthusiasmus vorüber ist. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Sie könnten vergessen, einer Spur nachzugehen.

Teamworker:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Kooperativ, aufmerksam und diplomatisch. Hören zu und verhindern Reibereien in der Gruppe.

Zulässige Schwächen: Können in schwierigen Situationen unentschlossen sein und neigen dazu, Konfrontationen zu vermeiden. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Sie könnten zögern, unpopuläre Entscheidungen zu treffen.

Koordinatorinnen/Koordinatoren:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Reif, selbstbewusst, erkennen Talente. Klären Ziele.

Zulässige Schwächen: Können als manipulativ wahrgenommen werden und übertragen ihren eigenen Anteil an der zu erledigenden Arbeit eventuell an andere. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Sie könnten zu viel Arbeit delegieren, so dass für sie selbst nur wenig Arbeit übrigbleibt.

 

3. Wissensorientierung umfasst die Teamrollen:

Neuerer/Neuerinnen:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Kreativ, phantasievoll, denken frei, entwickeln Ideen und lösen schwierige Probleme.

Zulässige Schwächen: Könnten Nebensächlichkeiten ignorieren und zu beschäftigt sein, um effektiv zu kommunizieren. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Sie könnten geistes abwesend oder vergesslich sein.

Beobachtende:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Nüchtern, strategisch und scharfsinnig. Sehen alle Optionen und urteilen exakt.

Zulässige Schwächen: Ihnen fehlt manchmal der Antrieb und die Fähigkeit, andere zu inspirieren. Können überkritisch sein. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Sie könnten für die Entscheidungsfindung lange brauchen.

Spezialistinnen/Spezialisten:

Stärken/Teamrollenbeitrag: Zielstrebig, eigeninitiativ und engagiert. Vermitteln fachgerechte Kenntnisse und Fähigkeiten.

Zulässige Schwächen: Neigen dazu, Beiträge nur auf einem begrenzten Gebiet zu leisten und können sich mit Details aufhalten. Was in der Zusammenarbeit nicht überraschen sollte: Sie überfrachten dich mit Informationen.

 

Mehr zum Thema:

Dies ist ein Auszug aus dem iga.Report 47 „Unternehmen im Wandel – Unternehmenskultur und New Work“.

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