Empathie und Achtsamkeit

Die Fähigkeit des Perspektivwechsels wird häufig als eine Form von „Empathie“ beschrieben. Dies geht entsprechend aus der folgenden Definition von Empathie hervor: „Empathie bezieht sich auf unsere allgemeine Fähigkeit, mit den emotionalen Zuständen anderer in Resonanz zu treten, unabhängig von ihrer positiven oder negativen Wertigkeit“ (Singer & Klimecki, 2014).

Die von den Expertinnen und Experten genannte Fähigkeit des Perspektivwechsels spiegelt also eine Form des „In-Resonanz-Tretens“ wider. Ebenso kann die Fähigkeit des Perspektivwechsels als Einfühlungsvermögen verstanden werden oder als Offenheit für die Empfindungen anderer. 

Meditation steigert Empathie

In einem groß angelegten Forschungsprojekt konnte demonstriert werden, dass Meditation verschiedene Facetten der Empathie steigern kann (Trautwein et al., 2020). Die Fähigkeit des Perspektivwechsels, oder der Empathie im Allgemeinen, hat zudem einen direkten Einfluss auf die Beziehungsfähigkeit am Arbeitsplatz, wie Longmire und Harrison (2018) nachwiesen.

Dies ist ein Textauszug – hier geht's direkt zur vollständigen Publikation: 
iga.Report 45 „Wirksamkeit von Achtsamkeitstechniken im Arbeitskontext".


Achtsamkeit wirkt positiv auf differenzierte Selbstwahrnehmung

Studien zu neurobiologischen und psychologischen Mechanismen von Achtsamkeit konnten weiterhin zeigen, dass Achtsamkeit potenziell zu einer differenzierteren Selbstwahrnehmung führen kann.

Etwas Ähnliches wurde zuvor im Kontext der Schmerzmodulation beobachtet: Achtsamkeitspraktizierende lernen demzufolge, sich nicht mit Gedanken, Empfindungen und Gefühlen zu identifizieren. Diese Haltung wird auch als Decentering oder Disidentification bezeichnet und ist mit dem von den Expertinnen und Experten bezeichneten Distanzaufbau gleichzusetzen.

Distanzierter Umgang mit belastenden Gedanken

Es ist in der Literatur außerdem belegt, dass Selbstwahrnehmung, Distanzierung und ein verbessertes Rollenverständnis zu einem achtsameren und distanzierteren Umgang mit belastenden Gedanken, Emotionen, psychosozialem beziehungsweise psychischem Stress oder negativen Ich-Überzeugungen führen können. 

Eigenverantwortung für die Gesundheit

Eine solche Form der „Selbstwirksamkeits-Erfahrung“ beziehungsweise ein Erleben von authentischer internaler Kontrolle kann wiederum die Übernahme von Eigenverantwortung für die Gesundheit stärken und zudem die Steuerungsfähigkeit von Arbeitsprozessen verbessern.

Dies ist ein Auszug aus dem iga.Report 45 „Wirksamkeit von Achtsamkeitstechniken im Arbeitskontext". Er untersucht die Wirkungen, die Wirksamkeit und den Nutzen von Achtsamkeitstrainings im betrieblichen Kontext.

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