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Der technologische Fortschritt und die zunehmende Digitalisierung prägen die Arbeitsabläufe entscheidend – und mit ihnen die bestehende psychische Belastung. Technische Veränderungen beeinflussen die Art und Weise, wie Aufgaben erledigt werden. Sie wirken sich auf die wahrgenommene Arbeitsintensität, den Abwechslungsreichtum und die notwendige Emotionsarbeit aus, beispielsweise im Kontakt mit Klientinnen und Klienten oder Patientinnen und Patienten.
Durch die Digitalisierung kann es zu einer erhöhten Arbeitsbelastung kommen. Die Verschlechterung kann unter anderem daraus resultieren, dass das eigene Arbeitstempo schlechter mitbestimmt werden kann. Auch die Tatsache, dass einfache, wiederkehrende Aufgaben zunehmend automatisiert erledigt werden, kann sich negativ auswirken, weil die Arbeitsinhalte, die durch Menschen bearbeitet werden, thematisch tendenziell anspruchsvoller und komplexer werden.
Oft ist zudem eine Weiterbildung oder sogar Neuqualifizierung nötig, um mit neuen Technologien routiniert umgehen zu können. Das bindet zeitliche Ressourcen und kann dadurch zu gesteigerter Arbeitsverdichtung und Stress führen.
Weitere zentrale Belastungsfaktoren mit Bezug auf die Digitalisierung sind Technostress, die damit verbundene Informationsflut und ständige Erreichbarkeit. Sie führen zu kognitiver Überlastung, Unsicherheit oder dem Gefühl der Überwachung, was sich wiederum negativ auf die psychische Gesundheit auswirken kann. Mögliche schädliche Effekte für die Gesundheit sind unter anderem Frustration (z. B. durch negative Erfahrungen mit digitalen Tools), Ermüdung und eingeschränktes Autonomieerleben. Damit einher gehen geminderte Erholungsfähigkeit und sinkende Arbeitszufriedenheit.
Der sogenannte Technostress umfasst die steigende Komplexität von Technologien, die Überflutung sowie Omnipräsenz von Technologien und beschreibt die negative Erfahrung mit digitalen Tools.
Dies ist ein Textauszug – hier geht's direkt zur vollständigen Publikation:
iga.Fakten 12 “Psyche und Gesundheit in der neuen Arbeitswelt”.
Digitale Tools können jedoch auch eine bedeutende Ressource darstellen. Beispielsweise ermöglicht der Einsatz von Datenbrillen, Tablets oder Mensch-Roboter-Anwendungen eine Entlastung von Erwerbstätigen, indem zeitaufwändige, repetitive oder gefährliche Tätigkeiten reduziert werden. Die Nutzung von Plattformdiensten beziehungsweise Cloud-Technologien unterstützt zudem örtlich flexibles Arbeiten und kann die Arbeitsorganisation erleichtern. So können Teams flexibel bzw. hybrid arbeiten.
Gezielte Weiterbildungen unterstützen dabei, das Potenzial der Digitalisierung als Ressource optimal zu nutzen. Auch wenn die Qualifizierungsmaßnahmen kurzfristig als Stressor wirken können, bieten sie langfristig die Möglichkeit, die individuellen Voraussetzungen so anzupassen, dass die Veränderungen durch die Digitalisierung vor allem positiv wirken. Dazu ist es erforderlich, dass die Maßnahmen qualifiziert und zielgruppenspezifisch angeboten werden.
Dies ist ein Auszug aus den iga.Fakten 12 “Psyche und Gesundheit in der neuen Arbeitswelt”.