Stressoren und Ressourcen durch Flexibilisierung

Arbeitszeitanforderungen können auf verschiedenen Ebenen Stress verursachen. Personen, die regelmäßig lange Arbeitszeiten, Überstunden (mehr als fünf pro Woche), verkürzte Ruhezeiten, Wochenendarbeit und/oder Arbeit außerhalb des Zeitfensters von sieben bis 19 Uhr angaben, berichteten deutlich häufiger von Symptomen emotionaler und körperlicher Erschöpfung, Schlafstörungen, Reizbarkeit und Nervosität. 

Gefahren der Flexibilisierung

Erwerbstätige, die mehr als fünf Überstunden wöchentlich oder am Wochenende arbeiteten, gaben zudem eine signifikant niedrigere Arbeitszufriedenheit und geminderte Zufriedenheit mit der Work-Life-Balance an. Kurzfristige, betriebsbedingte Änderungen der Arbeitszeit reduzieren die Autonomie und die Planbarkeit der Arbeitszeiten für Beschäftigte und erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Die Flexibilisierung des Arbeitsortes birgt Gefahren. Wenn Arbeit und Privatleben nicht mehr klar getrennt werden (können), Personen ständig erreichbar sein müssen (oder von einer entsprechenden Erwartungshaltung ausgehen), die Kommunikation im Team und/oder mit der Führungskraft leidet und die Einbindung in betriebliche Entscheidungen erschwert wird oder entfällt, wirkt sich dies negativ aus.

Dies ist ein Textauszug – hier geht's direkt zur vollständigen Publikation: 
iga.Fakten 12 “Psyche und Gesundheit in der neuen Arbeitswelt”.

Flexibilisierung als Ressource

Zeitliche Flexibilisierung kann auch gesundheitsförderliche Effekte haben. Beschäftigte mit klaren Absprachen bezüglich der Erreichbarkeiten erleben laut BAuA-Arbeitszeitbefragung 2023 beispielsweise mehr Autonomie und Selbstwirksamkeit. Sie sind sowohl mit ihrer Arbeit als auch mit ihrer Work-Life-Balance zufriedener. Rund 80 Prozent aller Erwerbstätigen erfassen bereits ihre Arbeitszeit. 69 Prozent erfassen sie mit einem Arbeitszeitkonto, das ihnen mehr Flexibilität ermöglicht.

Über flexible Arbeitszeitgestaltung hinaus können Beschäftigte mit hohem Anteil an Bildschirmarbeit zunehmend auch darüber entscheiden, von welchem Ort aus sie arbeiten. Sie können ihrer Arbeit teilweise oder vollständig außerhalb des Unternehmens nachgehen, beispielsweise von zu Hause aus, im Zug oder im Coworking-Space. Die Möglichkeit, örtlich flexibel zu arbeiten bietet die Chance auf Ungestörtheit, gesteigerte Handlungs- und Entscheidungsspielräume und bessere Work-Life-Balance. 

Mehr Zeit für die Arbeit

So geben gelegentlich mobil arbeitende Erwerbstätige in der Sonderauswertung 2021 zum iga.Barometer unabhängig von bestehender Führungsverantwortung an, mehr Zeit für die Erledigung von Aufgaben zu haben als im Betrieb. Das kann unter anderem daran liegen, dass die Arbeit seltener unterbrochen wird.

Mehr zum Thema Flexibilisierung und Psyche:

Dies ist ein Auszug aus den iga.Fakten 12 “Psyche und Gesundheit in der neuen Arbeitswelt”.

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